Wenn es um Dienstunfähigkeit bei Beamten geht, denken viele zuerst an Polizei oder Feuerwehr – Berufe mit offensichtlichem körperlichem Risiko. Die Statistik zeichnet jedoch ein anderes Bild.
Lehrkräfte sind die am stärksten betroffene Berufsgruppe im öffentlichen Dienst. Eine Analyse im Deutschen Ärzteblatt zeigt: 50 bis 60 Prozent aller Pensionierungen von Lehrerinnen und Lehrern erfolgen wegen Dienstunfähigkeit – durchschnittlich rund zehn Jahre vor der Regelaltersgrenze. Bei Lehrerinnen liegt die Quote psychischer Erkrankungen dabei noch einmal höher als bei ihren männlichen Kollegen.
Der Grund liegt nicht in einem einzelnen Ereignis, sondern in der Dauerbelastung: volle Klassen, Stimmbeanspruchung, psychischer Druck durch Eltern, Schüler und Schulaufsicht – Belastungen, die sich über Jahre aufsummieren, statt sich in einem Unfall zu zeigen.
Auch über alle Beamtengruppen hinweg zeigt der Versorgungsbericht der Bundesregierung ein klares Muster: Mit über 50 Prozent sind psychische und psychosomatische Erkrankungen die häufigste Ursache für Dienstunfähigkeit, deutlich vor körperlichen Beschwerden. Das durchschnittliche Alter bei einer Dienstunfähigkeits-Pensionierung liegt bei nur 56,3 Jahren.
Was das für die eigene Absicherung bedeutet: Wer eine Dienstunfähigkeitsversicherung abschließt, sollte besonders darauf achten, dass psychische Erkrankungen in der Klausel nicht eingeschränkt oder ausgeschlossen sind – gerade weil sie statistisch der häufigste Leistungsfall sind.
Dieser Beitrag bietet einen allgemeinen Überblick auf Basis öffentlich zugänglicher Studien und Berichte und ersetzt keine individuelle Beratung.